Regale für Kühlzellen: Machen sie wirklich einen Unterschied?

Bei der Planung einer Kühlzelle gilt die meiste Aufmerksamkeit den Paneelen, der Tür und dem Kälteaggregat. Das Regalsystem wird dagegen häufig erst am Schluss ausgewählt – als wäre es nur ein Zubehör.

Das ist ein Fehler.

Eine Kühlzelle mit einer guten Kälteanlage, aber ungeeigneten Regalen kann schwierig zu reinigen, unpraktisch zu benutzen und weniger geräumig sein als geplant. Waren können die Luftzirkulation behindern, Behälter in die Gänge hineinragen und Mitarbeitende täglich Zeit verlieren, weil Produkte schlecht erreichbar oder nur umständlich nach dem Verbrauchsdatum zu rotieren sind.

 

Ein zusammen mit der Kühlzelle geplantes Regalsystem ermöglicht dagegen:

  • mehr tatsächlich nutzbare Lagerkapazität;
  • freie Luftwege;
  • eine klare Trennung der Lebensmittelkategorien;
  • eine einfachere Umsetzung von FIFO oder FEFO;
  • schnelleres Einlagern, Entnehmen und Inventarisieren;
  • einfachere Reinigung und Kontrolle;
  • ein geringeres Risiko herabfallender Waren;
  • ergonomischeres Arbeiten in der Kühlzelle.

Regale machen somit einen konkreten Unterschied. Nicht weil sie «besser kühlen», sondern weil sie bestimmen, wie das gekühlte Volumen tatsächlich genutzt werden kann.

 

Erste Unterscheidung: Vorschriften, technische Empfehlungen und Praxiserfahrung

Um erfundene Regeln oder Massangaben ohne Zusammenhang zu vermeiden, müssen drei Ebenen auseinandergehalten werden.

 

Rechtliche und sicherheitstechnische Anforderungen

In der Schweiz legt die Verordnung des EDI über die Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln (HyV; SR 817.024.1) hygienische Grundsätze für Räume, Einrichtungen und Oberflächen in Lebensmittelbetrieben fest. Einrichtungen müssen in hygienisch einwandfreiem Zustand gehalten werden können. Wo dies relevant ist, müssen Oberflächen reinigungsfähig, desinfizierbar und korrosionsbeständig sein.

Aus Sicht der Arbeitssicherheit müssen Regale zudem standsicher sein und innerhalb der vorgesehenen Tragfähigkeit verwendet werden. Die Suva empfiehlt, die Tragfähigkeit gut lesbar anzugeben, exponierte Bereiche gegen Anfahren zu schützen, Regale gegen Umkippen zu sichern, Verkehrswege freizuhalten und beschädigte Elemente unverzüglich zu ersetzen.

Diese Grundsätze sind einzuhalten. Sie schreiben jedoch keine universelle Regalkonfiguration für jede Kühlzelle vor.

 

Technische Empfehlungen

Der Regalhersteller definiert:

  • Tragfähigkeit pro Fachboden und pro Regalfeld;
  • Montageverfahren;
  • maximal zulässige Anzahl Ebenen;
  • zulässigen Temperaturbereich;
  • erforderliche Aussteifungen oder Befestigungen;
  • Eignung von Rollen und Zubehör;
  • zulässige Reinigungsmittel und Reinigungsverfahren.

Der Hersteller des Verdampfers und der Kälteplaner legen dagegen fest, welche Bereiche für Luftaustritt, Luftrückführung, Abtauung und Wartung frei bleiben müssen.

 

Erfahrung aus der Praxis

Eine auf dem Plan überzeugende Konfiguration kann im Alltag unpraktisch sein, wenn sie die tatsächlich verwendeten Behälter, die Türbreite, die Bewegungsradien der Wagen und die Arbeitsweise des Personals nicht berücksichtigt.

Eine gute Planung beginnt deshalb mit den realen Kisten, Kartons, GN-Behältern, Fässern oder Blechen. Erst danach werden Tiefe, Länge und Anzahl der Fachböden festgelegt.

 

Die sieben wichtigsten Auswahlkriterien

1. Geeignetes Material für eine kalte und feuchte Umgebung

Eine Kühlzelle stellt hohe Anforderungen an Materialien. Feuchtigkeit, Kondenswasser, häufige Reinigung, Reinigungsmittel, organische Rückstände und Temperaturschwankungen können Korrosion und Materialalterung beschleunigen.

Am häufigsten kommen folgende Materialien zum Einsatz:

  • Edelstahl;
  • eloxiertes Aluminium mit Polymerauflagen;
  • Kunststoffe oder Verbundwerkstoffe;
  • verzinkter Stahl;
  • verchromter oder beschichteter Stahl.

Diese Lösungen sind nicht gleichwertig und sollten nicht allein nach dem Preis ausgewählt werden.

 

Edelstahl

Edelstahl ist robust, langlebig und für viele Lebensmittelbereiche geeignet. Bei fachgerechter Konstruktion bietet er eine hohe Stossfestigkeit und kann grosse Lasten aufnehmen.

Die wichtigsten Vorteile sind:

  • lange Lebensdauer;
  • glatte, abwaschbare Oberfläche;
  • gute mechanische Festigkeit;
  • professionelles Erscheinungsbild;
  • Möglichkeit individueller Anfertigungen.

Zu prüfen sind jedoch die Edelstahlqualität, die Ausführung der Schweissnähte, die Oberflächenbearbeitung und die Verträglichkeit mit den verwendeten Chemikalien. «Edelstahl» bedeutet nicht unzerstörbar: chloridhaltige Reinigungsmittel, stehende Flüssigkeiten oder durch Eisen verunreinigte Werkzeuge können auch auf nichtrostendem Stahl Flecken oder Korrosion verursachen.

 

Eloxiertes Aluminium mit Polymerauflagen

Diese in Profiküchen weitverbreitete Lösung kombiniert eine leichte Tragstruktur mit herausnehmbaren Auflagen.

Ihre wichtigsten Vorteile sind:

  • geringes Gewicht;
  • einfache Montage und Umgestaltung;
  • leicht herausnehmbare und waschbare Auflagen;
  • gute Korrosionsbeständigkeit bei unbeschädigter Oberfläche;
  • zahlreiche Module und Ecklösungen.

Zu kontrollieren sind Tragfähigkeit, zulässige Mindesttemperatur sowie die Beständigkeit der Kunststoffteile gegen Reinigungsmittel und Stösse. Ein sehr leichtes System ist nicht automatisch für Fässer, schwere Kisten oder konzentrierte Lasten geeignet.

 

Kunststoffe und Verbundwerkstoffe

Sie können eine sehr hohe Korrosionsbeständigkeit bieten und einfach zu reinigen sein. Besonders in Bereichen mit dauernder Feuchtigkeit sind sie interessant.

Zu prüfen sind jedoch:

  • langfristige Verformung unter Last;
  • Verhalten bei tiefen Temperaturen;
  • Stossfestigkeit;
  • Beständigkeit gegen Reinigungsmittel;
  • tatsächliche Tragfähigkeit;
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen.

 

Verzinkter, verchromter oder beschichteter Stahl

Solche Systeme können preisgünstig sein, erfordern jedoch eine sorgfältige Beurteilung. Kratzer, Schnitte, Schweissstellen, Stösse und aggressive Reinigungsmittel können den Oberflächenschutz beschädigen. In einer dauerhaft feuchten Umgebung beginnt Korrosion häufig genau an den Stellen, die schlecht sichtbar und schwer zu reinigen sind.

Für verpackte Produkte in einer trockeneren Kühlzelle kann ein vom Hersteller dafür freigegebenes System geeignet sein. In Bereichen mit häufigem Waschen, Fisch, Fleisch, Salzlake oder hoher Feuchtigkeit ist in der Regel ein korrosionsbeständigeres System vorzuziehen.

 

Materialvergleich

Material Stärken Zu prüfende Grenzen Typische Anwendungen
Edelstahl Robust, langlebig, waschbar, für Sonderanfertigungen geeignet Kosten, Gewicht, Stahl- und Schweissnahtqualität, geeignete Reinigungsmittel Küchen, Metzgereien, Produktionsräume, hohe Lasten
Eloxiertes Aluminium + Polymer Leicht, modular, herausnehmbare Auflagen Tragfähigkeit, Stösse, Chemikalienverträglichkeit und Mindesttemperatur Restaurants, Hotels, Plus- und Tiefkühlzellen gemäss Herstellerfreigabe
Kunststoff oder Verbundwerkstoff Hohe Korrosionsbeständigkeit, einfache Reinigung Verformung, Steifigkeit, Tragfähigkeit und Ersatzteile Feuchte Bereiche und leichte bis mittlere Lasten
Verzinkter Stahl Preisgünstig und widerstandsfähig, solange die Schutzschicht intakt bleibt Korrosion an Kratzern, Verbindungen und Staunässe Trockenere Lager, verpackte Produkte
Verchromter oder beschichteter Stahl Niedriger Preis, breit verfügbar Beschichtung empfindlich gegen Stösse und dauernde Feuchtigkeit Einzelfallprüfung; selten erste Wahl für sehr feuchte Kühlzellen

 

2. Tatsächliche Tragfähigkeit, nicht nur passende Abmessungen

Ein Fachboden kann die richtige Grösse haben und dennoch für die vorgesehene Last ungeeignet sein.

Die angegebene Tragfähigkeit muss genau gelesen werden. Sie kann sich beziehen auf:

  • eine gleichmässig verteilte Last auf einem Fachboden;
  • die maximale Last des gesamten Regalfelds;
  • eine Konfiguration mit einer bestimmten Anzahl Ebenen;
  • eine befestigte oder ausgesteifte Konstruktion;
  • vom Hersteller definierte Montagebedingungen.

Eine Punktlast unterscheidet sich von einer verteilten Last. Ein Fass, eine volle Kiste oder ein Stapel Behälter konzentriert das Gewicht auf einen kleinen Bereich. Die Nenntragfähigkeiten einzelner Fachböden dürfen nicht einfach addiert werden, ohne die Gesamttragfähigkeit der Konstruktion zu prüfen.

 

Praktische Regel zur Gewichtsverteilung

Schwere und voluminöse Artikel gehören auf die unteren Ebenen. Leichte und weniger häufig benötigte Produkte können höher gelagert werden, ohne eine sichere Zugriffshöhe zu überschreiten.

Niemand darf auf Regale steigen oder Kisten als Tritt verwenden. Ist für die oberen Ebenen eine Steighilfe erforderlich, muss ein standsicherer, professioneller und für die Umgebung geeigneter Tritt vorgesehen werden.

 

Die Tragfähigkeit muss nachvollziehbar bleiben

Die Tragfähigkeitsangabe sollte nicht nur in Unterlagen stehen, die vor Jahren übergeben wurden. Bei relevanten Lasten muss sie für das Personal leicht auffindbar und verständlich sein.

Ein verbogenes, korrodiertes, angefahrenes oder unvollständig montiertes Regal darf nicht weiter so belastet werden, als wäre es neu. Es ist zu entladen, zu kontrollieren und mit zugelassenen Bauteilen zu reparieren oder zu ersetzen.

 

3. Auf die Behälter abgestimmte Tiefe

Die ideale Regaltiefe wird nicht anhand der freien Wandfläche ausgewählt. Entscheidend ist, was auf dem Fachboden stehen soll.

Vor der Bestellung sind zu erfassen:

  • Tiefe und Breite von Kisten und Kartons;
  • verwendete GN-Formate;
  • Durchmesser der Fässer;
  • Bleche oder Sonderbehälter;
  • erforderlicher Platz zum Greifen und Herausziehen;
  • zulässiger Überstand, ohne den Gang einzuengen.

Ein zu flacher Fachboden lässt Waren in den Gang ragen. Ein zu tiefer Fachboden erzeugt eine verdeckte zweite Reihe, erschwert die Warenrotation und begünstigt vergessene Packungen im hinteren Bereich.

In Kühlzellen von Restaurants und Hotels ist ein guter Zugriff häufig wertvoller als einige Zentimeter theoretisch zusätzliche Kapazität.

 

4. Modularität und spätere Anpassung

Der Inhalt einer Kühlzelle verändert sich. Speisekarte, Saison, Lieferanten und Verpackungsgrössen führen im Laufe der Zeit zu anderen Lageranforderungen.

Ein modulares Regalsystem ermöglicht:

  • die Höhe der Fachböden zu ändern;
  • Ebenen hinzuzufügen oder zu entfernen;
  • eine Regalzeile zu erweitern;
  • Ecken ohne Verlust der Zugänglichkeit zu nutzen;
  • einzelne Bauteile auszutauschen;
  • Bereiche für unterschiedliche Produktgruppen zu trennen.

Modularität ist nur dann wertvoll, wenn das System langfristig verfügbar bleibt. Vor dem Kauf sollte geprüft werden, ob Stützen, Haken, Auflagen, Fachböden und Zubehör auch später erhältlich sein werden. Ein nicht mehr lieferbares proprietäres System kann selbst kleine Änderungen teuer machen.

 

5. Reinigungsfähigkeit und Hygiene

Ein hygienisches Regal ist nicht einfach nur «abwaschbar». Es muss sich mit dem tatsächlich im Betrieb angewandten Verfahren wirksam reinigen lassen.

Vorteilhaft sind:

  • glatte, nicht saugende Oberflächen;
  • wenn sinnvoll, ohne Werkzeug herausnehmbare Auflagen;
  • Bauteile ohne schwer zugängliche Spalten;
  • erreichbare Ecken und Verbindungen;
  • Füsse, die keine Staunässe erzeugen;
  • eine gegen die vorgesehenen Reinigungsmittel beständige Konstruktion;
  • die Möglichkeit, den Boden unter und hinter dem Regal zu reinigen.

 

Wie viel Abstand ist zum Boden nötig?

Die Schweizer Hygienevorschriften definieren das zu erreichende Ergebnis – eine hygienische Lagerung und Reinigung. Sie schreiben jedoch keinen universellen Zentimeterabstand für jedes Regalsystem vor.

Als Praxishinweis erleichtert ein erster Fachboden in etwa 150–200 mm Höhe häufig Reinigung, Kontrolle und Trocknung. Dieser Bereich ist jedoch kein allgemein verbindlicher Normwert. Er ist an Reinigungsgerät, Bodengefälle, Ablauf und Warenart anzupassen.

Wer Kartons und Kisten regelmässig direkt auf dem Boden abstellt, erschwert die Reinigung, setzt Verpackungen dem Waschwasser aus und behindert die Schädlingskontrolle.

 

Geschlossene oder durchbrochene Fachböden?

Durchbrochene oder gitterartige Auflagen begünstigen die Luftbewegung und machen Rückstände sichtbar. Geschlossene Fachböden halten Kleinteile und auslaufende Flüssigkeiten besser zurück, können jedoch die vertikale Luftbewegung verringern und eine häufigere Reinigung erfordern.

Die Auswahl richtet sich nach dem Produkt:

  • durchbrochene Auflagen für Kisten, Kartons und standsichere Behälter;
  • geschlossene Flächen oder Auffangwannen für Behälter, aus denen Flüssigkeit austreten kann;
  • geeignete Einsätze für Flaschen, Bleche oder Fässer.

Eine Auffangwanne ersetzt keine hygienische Trennung. Rohes Fleisch oder roher Fisch sind so zu lagern, dass austretende Flüssigkeiten keine verzehrfertigen Lebensmittel verunreinigen können.

 

6. Vereinbarkeit mit der Luftführung

Das Regalsystem darf die Funktion des Verdampfers nicht beeinträchtigen.

Zu den häufigsten Fehlern gehören:

  • Stützen vor dem Luftaustritt;
  • bis zur Decke gestapelte Kartons;
  • Waren direkt unter oder vor den Ventilatoren;
  • blockierte Luftrückführung;
  • Reihen geschlossener Fachböden, die die Zelle wie Wände unterteilen;
  • ungenügender Platz zum Öffnen oder Warten des Verdampfers.

Es gibt keinen allgemein gültigen Abstand für alle Anlagen. Die erforderliche Freizone hängt von Zellgeometrie, Luftmenge, Wurfweite der Ventilatoren, Verdampferposition und Herstellerangaben ab.

Regale und Verdampfer müssen deshalb im selben Plan eingezeichnet werden. Wer die Regale erst nach der Installation der Kälteanlage platziert, muss sich häufig mit einem bereits eingeschränkten Raum arrangieren.

 

Warum Kartons direkt an der Wand problematisch sind

Waren unmittelbar an den Wänden können:

  • die Luftbewegung an der Peripherie verringern;
  • Zonen mit abweichender Temperatur verursachen;
  • Kondenswasser, Schmutz oder Schäden an den Paneelen verdecken;
  • Kontrolle und Reinigung behindern;
  • Oberflächen durch Stösse und Reibung beschädigen.

Der richtige Abstand muss anhand des Systems bestimmt und darf nicht als starre Zahl angewandt werden. Entscheidend sind ein überprüfbarer Luftweg sowie genügend Zugang für die Reinigung.

 

7. Ergonomie und Arbeitsabläufe

Eine Kühlzelle wird häufig mehrmals täglich betreten. Wenige Sekunden Zeitverlust bei jedem Zugriff summieren sich im Laufe eines Jahres zu vielen Arbeitsstunden.

Die Anordnung sollte der Nutzungshäufigkeit folgen:

  • Schnelldreher in der am besten erreichbaren Zone;
  • schwere Lasten unten;
  • leichte und selten benötigte Produkte oben;
  • vom Gang aus lesbare Etiketten;
  • entnehmbare Behälter, ohne andere umstellen zu müssen;
  • Wege passend zu Warenannahme und Vorbereitung;
  • ausreichend Platz, um unnötige Drehbewegungen und Hebevorgänge zu vermeiden.

Damit FIFO – first in, first out – funktioniert, muss neue Ware hinter oder neben der vorhandenen Ware eingelagert werden können, ohne jedes Mal den gesamten Fachboden leeren zu müssen.

Bei Produkten mit stark unterschiedlichen Verbrauchsdaten ist FEFO – first expired, first out – noch hilfreicher. Dabei wird zuerst das Produkt mit dem nächstliegenden Datum verwendet.

 

Welche Konfiguration ist die richtige?

Lineare Wandregale

Sie sind die einfachste Lösung. In schmalen Kühlzellen ermöglichen sie einen übersichtlichen Mittelgang.

Vorteile:

  • einfache Montage;
  • guter Zugriff;
  • leichte Sichtkontrolle;
  • meist überschaubare Kosten.

Ohne aufeinander abgestimmte Module kann allerdings in den Ecken Kapazität verloren gehen.

 

Eckkonfigurationen

Damit lassen sich zwei oder drei Wände durchgehend nutzen. Überlappungen, durch die der Fachboden in der Ecke unerreichbar wird, sind jedoch zu vermeiden.

Mögliche Systeme sind:

  • spezieller Eckfachboden;
  • Überbrückungskonstruktion;
  • durchgehender, nur von einem Regalfeld getragener Fachboden;
  • zwei Zeilen mit unterschiedlicher Tiefe.

Die Tragfähigkeit in der Ecke muss für die tatsächliche Konfiguration angegeben sein. Sie darf nicht von der Tragfähigkeit eines linearen Moduls abgeleitet werden.

 

Wand- oder Kragarmregale

Sie halten den Boden frei und vereinfachen die Reinigung. In kleinen Kühlzellen oder Bereichen für leichte Behälter können sie sehr wirkungsvoll sein.

Die Befestigung erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit. Die Sandwichpaneele einer Kühlzelle sind keine herkömmliche tragende Wand. Werden die Oberflächen ohne vorgesehene Verstärkung durchbohrt oder belastet, können Dampfsperre und Dämmung beschädigt, Wärmebrücken erzeugt oder die mechanische Tragfähigkeit ungenügend sein.

Die Befestigung muss vom Hersteller der Kühlzelle vorgesehen oder mit geeigneten Verstärkungen beziehungsweise Tragstrukturen verbunden sein.

 

Fahrbare Regale auf Rollen

Sie lassen sich für die Reinigung oder eine andere Konfiguration verschieben.

Sie sind sinnvoll, wenn:

  • Last und Konstruktion mit den Rollen kompatibel sind;
  • der Boden eben ist;
  • die Rollen für Kälte, Feuchtigkeit und Reinigungsmittel geeignet sind;
  • wirksame Feststeller vorhanden sind;
  • das Verschieben ohne Stoss- oder Kipprisiko möglich ist.

Ein fahrbares Regal darf nicht vollständig beladen verschoben werden, wenn der Hersteller dies nicht ausdrücklich erlaubt.

 

Verschieberegalsysteme

Regale auf fahrbaren Unterbauten oder Schienen reduzieren die Anzahl Gänge und können in grossen Lagern die Kapazität deutlich erhöhen.

In einer üblichen Kühlzelle eines Restaurants sind sie jedoch häufig überdimensioniert. Interessant werden sie in grösseren Lagern, in denen der Wert der Fläche die Investition, Wartung und erforderlichen Schutzvorrichtungen gegen Quetschen rechtfertigt.

 

Palettenregale

Sie sind für industrielle Kühlhäuser, Logistiklager und Produktionsbetriebe mit mechanischer Warenbewegung bestimmt. Sie benötigen eine statische Auslegung, Anfahrschutz, geeignete Verkehrswege und spezifische Arbeitsabläufe.

Sie dürfen nicht als lediglich grössere Version eines Küchenregals betrachtet werden.

 

Plus- und Tiefkühlzelle: Gibt es Unterschiede?

Ja. Bei Tiefkühltemperaturen werden Materialien steifer, und bestimmte Polymere können spröder werden. Rollen, Stopfen, Haken und Zubehör müssen für die vorgesehene Mindesttemperatur freigegeben sein.

Zusätzlich zu berücksichtigen sind:

  • Eis oder Reif auf dem Boden, die Rutsch- und Kipprisiken erhöhen;
  • Handschuhe, welche Tastgefühl und Griff des Personals verringern;
  • Verpackungen, die steifer und rutschiger werden;
  • aufwendigere Reinigungs- und Trocknungsabläufe;
  • die grössere Bedeutung eines schnellen Zugriffs, damit wenig Feuchtigkeit eindringt.

Ein für einen Trockenraum oder eine Pluskühlzelle geeignetes System ist nicht automatisch für eine Kühlzelle mit −20 °C geeignet.

 

Kühlzelle vor der Bestellung richtig ausmessen

Die Angabe «drei Meter Wandlänge» reicht nicht aus. Zu erfassen sind:

  1. fertige Innenabmessungen der Kühlzelle;
  2. Schwenkbereich der geöffneten Tür und Abmessungen des Türrahmens;
  3. Verdampferposition und erforderlicher Wartungsbereich;
  4. Abläufe, Druckausgleichsventile, Fühler, Leuchten und Schaltkästen;
  5. Rampen oder Niveauunterschiede;
  6. Bodenunebenheiten und Gefälle;
  7. Bewegungsradius der Wagen;
  8. tatsächliche Abmessungen der Behälter;
  9. maximale sichere Zugriffshöhe;
  10. erforderliche Freiräume für Luft und Reinigung.

Jedes Modul sollte im Grundriss und in der Ansicht eingezeichnet werden. Der Grundriss zeigt die Gänge; die Vorderansicht zeigt, wie viele Ebenen tatsächlich nutzbar sind.

 

Eine kleine, hilfreiche Berechnung

Zum Vergleich zweier Konfigurationen kann die nominale Fachbodenfläche berechnet werden:

S<sub>Fachböden</sub> = Σ (Nutzlänge × Nutztiefe × Anzahl Ebenen)

Dieser Wert allein entspricht noch nicht der tatsächlichen Kapazität. Zusätzlich sind zu prüfen:

  • Übereinstimmung mit den Behälterabmessungen;
  • maximale Belastung;
  • Zugänglichkeit;
  • Luftzirkulation;
  • Trennung der Produktgruppen;
  • nicht nutzbarer Raum in den Ecken.

Eine Konfiguration mit mehr nominalen Quadratmetern kann schlechter sein, wenn ein Teil der Fachböden nicht erreichbar ist oder nicht zu den Verpackungsgrössen passt.

 

Checkliste für die Auswahl

Vor der Bestellung des Regalsystems ist Folgendes zu prüfen:

  • vom Hersteller freigegebener Temperaturbereich;

  • für Feuchtigkeit, Produkte und Reinigungsmittel geeignetes Material;

  • Tragfähigkeit je Fachboden und Gesamttragfähigkeit des Regalfelds;

  • Verhalten bei Punktlasten;

  • Standsicherheit, Aussteifung und erforderliche Befestigung;

  • Anfahrschutz an exponierten Stellen;

  • tatsächliche Abmessungen von Kisten, GN-Behältern, Kartons, Fässern oder Blechen;

  • verstellbare Höhe der Ebenen;

  • Zugänglichkeit der Ecken;

  • freie Luftwege für Austritt und Rückführung am Verdampfer;

  • Wartungszugang zur Kälteanlage;

  • Reinigungsmöglichkeit unter und hinter den Modulen;

  • herausnehmbare Auflagen und verfügbare Ersatzteile;

  • für Kälte geeignete Rollen, Füsse und Zubehörteile;

  • Einbringweg durch Türen, Korridore und Treppen;

  • Möglichkeit späterer Umgestaltung;

  • Kennzeichnung und Trennung der Lebensmittelkategorien.

     

Häufige Fehler bei der Regalauswahl

Regale erst nach allen anderen Komponenten kaufen

Sind Tür, Beleuchtung und Verdampfer bereits ohne Gesamtlayout positioniert, müssen die Regale in den verbleibenden Raum passen. Häufig geht dadurch ein Feld, eine Ebene oder ein sinnvoller Durchgang verloren.

 

Nur nach der Wandlänge auswählen

Tiefe, Behälterabmessungen, Eckzugang und Gangbreite sind ebenso wichtig.

 

«Feuchtigkeitsbeständig» mit «für jede Reinigung geeignet» verwechseln

Material, Verbindungen und Bauteile müssen mit Reinigungsmittel, Konzentration, Temperatur und tatsächlichem Reinigungsverfahren kompatibel sein.

 

Mindesttemperatur nicht überprüfen

Ein Kunststoffteil oder eine Rolle kann bei +4 °C einwandfrei funktionieren und bei −20 °C spröde werden.

 

Gesamttragfähigkeit ignorieren

Die Tragfähigkeit eines einzelnen Fachbodens darf nicht mit der Anzahl Ebenen multipliziert werden, ohne die Belastungsgrenze der gesamten Konstruktion zu kontrollieren.

 

Jeden Zentimeter bis zur Decke füllen

Die theoretische Kapazität steigt, aber die Luft kann nicht mehr zirkulieren, und Reinigung sowie Wartung des Verdampfers werden erschwert.

 

Paneele ohne vorgesehene Verstärkung durchbohren

Eine improvisierte Befestigung kann die Last nicht sicher aufnehmen und zudem Dämmung und Dampfsperre beschädigen.

 

Zu tiefe Fachböden auswählen

Die zweite Reihe verdeckt Waren, erschwert die Rotation und erhöht das Risiko vergessener Produkte.

 

Ersatzteile nicht einplanen

Ein gebrochener Haken oder beschädigter Fachboden kann ein ganzes Modul unbrauchbar machen, wenn das System nicht mehr lieferbar ist.

 

Fazit: Das Regalsystem gehört zur Kälteplanung

Ein Regal ist nicht nur eine Fläche, auf der Ware abgestellt wird. Es bestimmt Nutzkapazität, Hygiene, Sicherheit, Luftzirkulation und Geschwindigkeit der täglichen Abläufe.

Die beste Lösung ist nicht zwangsläufig die teuerste oder diejenige mit den meisten Fachböden. Sie muss:

  • die tatsächlichen Lasten aufnehmen;
  • der Umgebung und Reinigung standhalten;
  • zu den verwendeten Behältern passen;
  • den Verdampfer ungehindert arbeiten lassen;
  • Zugänge und Gänge freihalten;
  • langfristig gereinigt, kontrolliert und angepasst werden können.

Um dieses Ergebnis zu erreichen, müssen Kühlzelle, Kälteanlage und Regalsystem gemeinsam geplant werden.

 

 

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Ingross Innovative Gastro-Technik GmbH
Planung, Installation und technischer Service für professionelle Kühlzellen in der Schweiz.

 

Konsultierte technische Quellen

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