Häufige Fehler bei der Anordnung von Regalen, die wertvollen Lagerraum kosten

Wenn der Platz in einer Kühlzelle nicht mehr ausreicht, liegt die scheinbar einfachste Lösung auf der Hand: zusätzliche Regale einbauen, tiefere Böden wählen oder den Gang verkleinern. Auf dem Papier klingt das logisch – mehr Ablagefläche müsste schliesslich mehr Lagerkapazität bedeuten.

In der Praxis ist häufig das Gegenteil der Fall.

Ein zu tiefer Regalboden kann die hinten gelagerten Produkte verdecken. Eine falsch geplante Ecke kann Teile von gleich zwei Regalreihen unzugänglich machen. Ein zu enger Gang kann verhindern, dass Kisten entnommen werden, ohne zuvor andere Waren zu verschieben. Behindern die Regale zudem den Luftausblas oder die Luftrückführung des Verdampfers, verfügt die Kühlzelle zwar über viel theoretischen Lagerraum, kann die Produkte aber nicht mehr gleichmässig kühlen.

Die tatsächliche Kapazität einer Kühlzelle lässt sich deshalb nicht allein anhand der Quadratmeter Regalfläche beurteilen. Entscheidend ist, wie viele dieser Flächen:

  • gut erreichbar sind;
  • zu den verwendeten Behältern passen;
  • beladen werden können, ohne die Luftzirkulation zu behindern;
  • einfach zu reinigen und zu kontrollieren sind;
  • weder Tür noch Verkehrswege blockieren;
  • eine konsequente Warenrotation ermöglichen;
  • vom Personal sicher genutzt werden können.

In diesem Artikel betrachten wir die häufigsten Planungsfehler: Fehler, durch die eine Kühlzelle voll wirkt, obwohl ihre nutzbare Lagerkapazität tatsächlich kleiner wird und Temperatur, Hygiene oder Effizienz beeinträchtigt werden können.

 

Mehr Quadratmeter Regalfläche bedeuten nicht automatisch mehr Kapazität

Um zwei Regalkonfigurationen zu vergleichen, kann zunächst die nominelle Regalfläche berechnet werden:

Nominelle Regalfläche = Summe aus Länge × Tiefe aller Regalebenen

Dieser Wert ist hilfreich, aber unvollständig. Ein Teil der Fläche kann nämlich:

  • in den Ecken nicht erreichbar sein;
  • für eine sinnvolle Nutzung zu tief sein;
  • nicht zu den vorhandenen Behälterformaten passen;
  • wegen Stützen oder Vorsprüngen nur teilweise nutzbar sein;
  • zu nahe am Verdampfer liegen;
  • aufgrund eines zu engen Ganges kaum beladen werden;
  • für die tatsächlich gelagerten Produkte ungeeignet sein.

Entscheidend ist deshalb die effektiv nutzbare Regalfläche: also jene Fläche, die beladen, erreicht, gereinigt und bewirtschaftet werden kann, ohne die Funktion der Kühlzelle zu beeinträchtigen.

Draufsicht auf zwei gleich grosse Kühlzellen: überfüllte Regale mit verlorenen roten Flächen im Vergleich zu einer besser zugänglichen Anordnung mit mehr grüner Nutzfläche.

Bei gleicher Nennfläche bedeutet eine grössere Anzahl an Regalen nicht automatisch mehr nutzbaren Stauraum. In Konfiguration A verringern schmale Gänge und schwer erreichbare Bereiche die tatsächlich nutzbare Fläche. In Konfiguration B ermöglicht eine durchdachtere Anordnung einen besseren Zugang zu einem grösseren Teil der Kühlzelle. Grün: nutzbare Fläche; Rot: verlorener Raum; Grau: Arbeits- und Verkehrsfläche.

 

Eine Anordnung mit weniger nomineller Regalfläche kann somit eine grössere betriebliche Lagerkapazität bieten als eine scheinbar dichter ausgebaute Lösung.

 

1. Die Regale nach der Wandlänge statt nach den Produkten auswählen

Die Aussage «Die Wand ist drei Meter lang, also montieren wir drei Meter Regal» ist noch keine Planung.

Zuerst muss bekannt sein, was tatsächlich gelagert wird:

  • Kisten und Kartons;
  • GN-Behälter;
  • Bleche;
  • Eimer und Fässer;
  • Flaschen;
  • einzeln verpackte Produkte;
  • Hordenwagen oder Rollcontainer.

Wenn die Feldbreiten des Regals nicht zu den realen Behälterformaten passen, bleiben auf jeder Ebene kleine Lücken. Über alle Regale und Ebenen hinweg kann daraus ein erheblicher Platzverlust entstehen.

Dasselbe gilt für die Höhe. Gleichmässig verteilte Regalebenen lassen über niedrigen Gebinden oft viel ungenutzten Raum, während hohe Produkte nirgends richtig Platz finden.

So vermeiden Sie den Fehler: Die am häufigsten verwendeten Behälter ausmessen und bereits vor der Bestellung in die Regalplanung einzeichnen. Die Planung muss bei den Produkten beginnen – nicht beim Katalog des Regalherstellers.

 

2. Zu tiefe Regalböden einbauen

Ein tieferer Regalboden wirkt zunächst wie ein Gewinn an Lagerfläche. In der Praxis entsteht jedoch oft eine zweite Produktreihe, die schlecht sichtbar und schwer erreichbar ist.

Müssen für ein Produkt im hinteren Bereich zuerst drei andere Gebinde herausgenommen werden, steigen:

  • die Zeit, während der die Tür offen bleibt;
  • die Unordnung in der Kühlzelle;
  • das Risiko, ältere Ware zu vergessen;
  • die Fehlerquote bei FIFO oder FEFO;
  • die Wahrscheinlichkeit, dass vordere Behälter vorübergehend auf dem Boden abgestellt werden.

Verengt die zusätzliche Regaltiefe zugleich den Gang, kann es schwierig werden, eine grosse Kiste herauszuziehen oder sich mit einer Last in den Händen umzudrehen.

So vermeiden Sie den Fehler: Die Tiefe muss zum Behälter, zum notwendigen Greifraum und zum tatsächlichen Entnahmevorgang passen. Ein weniger tiefes, vollständig zugängliches Regal ist wertvoller als eine grössere Fläche, die nur zur Hälfte sinnvoll genutzt werden kann.

 

3. Geschlossene Ecken und unzugängliche Regalflächen schaffen

Bei Regalreihen entlang von zwei oder drei Wänden geht besonders häufig in den Ecken Platz verloren.

Werden zwei Regale einfach rechtwinklig aneinandergestellt, kann eine Stütze oder sogar ein ganzes Regalfeld den Zugang zur benachbarten Ebene versperren. Der Raum ist zwar vorhanden, lässt sich aber nur erreichen, wenn der vordere Bereich zuerst ausgeräumt wird.

Mit der Zeit entwickelt sich eine solche Ecke oft zu einer Zone für selten benötigte Ware, vergessene Verpackungen oder schwer zu entfernende Verschmutzungen.

So vermeiden Sie den Fehler: Ein zum System passendes Eckelement, eine Überbrückungslösung oder ein kontrolliertes Ende einer der beiden Regalreihen vorsehen. Die Zugänglichkeit muss auf jeder Ebene geprüft werden – nicht nur im Grundriss von oben.

 

4. Den Gang verkleinern, um eine zusätzliche Regalreihe einzubauen

Der Gang wird manchmal als verlorener Raum betrachtet. Tatsächlich macht er die Regale überhaupt erst nutzbar.

Ist der Durchgang zu eng, kann das Personal nicht mehr:

  • tiefe Kisten bequem herausziehen;
  • sich mit einem Behälter in den Händen drehen;
  • einen Wagen einsetzen;
  • gleichzeitig auf gegenüberliegende Regale zugreifen;
  • den Boden mit den vorgesehenen Geräten reinigen;
  • Produkte bewegen, ohne Regale und Paneele zu beschädigen.

Typischerweise wird Ware dann in der Nähe der Tür oder auf dem Boden abgestellt. Dadurch verkleinert sich der nutzbare Raum zusätzlich.

Es gibt keine allgemeingültige Gangbreite für jede Kühlzelle. Der notwendige Platz hängt von Personen, Behältern, Wagen, Türen, Arbeitsabläufen und Sicherheitsanforderungen ab. Auch die Suva weist darauf hin, dass Regale, Lagerbereiche und innerbetriebliche Verkehrswege sicher geplant und freigehalten werden müssen.

So vermeiden Sie den Fehler: Das Herausziehen des grössten Behälters und die Bewegung des grössten Wagens praktisch simulieren. Dabei müssen auch Griffe, Räder und überstehende Teile berücksichtigt werden – nicht nur die nominelle Breite.

 

5. Eine Mittelinsel in eine zu kleine Kühlzelle stellen

In einer ausreichend breiten Kühlzelle kann eine mittlere Regalreihe die verfügbare Regallänge deutlich erhöhen. Ist der Raum jedoch knapp bemessen, teilt dieselbe Lösung einen gut nutzbaren Gang in zwei zu schmale Durchgänge.

Eine falsch dimensionierte Mittelinsel kann ausserdem:

  • den Luftstrom des Verdampfers behindern;
  • schlecht beleuchtete Bereiche schaffen;
  • Bewegungen im Türbereich erschweren;
  • Stösse gegen Stützen und Produkte begünstigen;
  • die Kühlzelle in zwei unterschiedlich belüftete Bereiche teilen;
  • die vollständige Bodenreinigung verhindern.

So vermeiden Sie den Fehler: Beide Gänge und der Luftweg müssen im Grundriss überprüft werden. Die Mittelinsel soll die gesamte nutzbare Kapazität verbessern – nicht bloss zusätzliche Regalflächen erzeugen.

 

6. Den Platzbedarf der geöffneten Tür nicht berücksichtigen

Eine Tür beansprucht nicht nur die Fläche ihrer Öffnung. Beim Öffnen bewegt sich das Türblatt durch einen Bereich, der frei bleiben muss.

Ein zu nahe platziertes Regal kann:

  • das vollständige Öffnen verhindern;
  • einen Teil der Regalfläche unzugänglich machen;
  • durch Türblatt oder Griff beschädigt werden;
  • eine automatische Schliessung behindern;
  • mit einem Streifenvorhang kollidieren;
  • den Zugang zu Innenentriegelung, Lichtschalter oder Alarm behindern.

 

Technische Draufsicht einer Kühlzelle mit Türschwenkbereich, Regalen sowie Bewegungsraum für Kisten und Transportwagen

Der Türschwenkbereich und die Bedienwege müssen vollständig frei bleiben. Nur mit genügend Bewegungsraum lassen sich Kisten sicher entnehmen und drehen sowie Transportwagen problemlos manövrieren.

 

Auch die Ware selbst kann über den Regalboden hinausragen und in den Schwenkbereich gelangen, obwohl das leere Regal korrekt positioniert erscheint.

So vermeiden Sie den Fehler: Den vollständigen Öffnungsbogen der Tür einzeichnen und die tatsächlichen Produktabmessungen berücksichtigen. Direkt hinter dem Eingang muss genügend Platz zum Betreten, Verlassen und Schliessen bleiben, ohne etwas verschieben zu müssen.

 

7. Luftausblas oder Luftrückführung des Verdampfers blockieren

Dies ist einer der schwerwiegendsten Fehler, denn er reduziert nicht nur die Lagerkapazität, sondern kann die Funktion des gesamten Kältesystems beeinträchtigen.

Der Verdampfer kühlt die Luft, die Ventilatoren verteilen sie in der Kühlzelle. Die Luft muss aus dem Gerät austreten, den Lagerbereich durchströmen und zum Verdampfer zurückkehren können. Regale, Kartons und Kisten dürfen diesen Kreislauf nicht unterbrechen.

Luftzirkulation am Verdampfer einer Kühlzelle bei korrekter und blockierter Luftführung

Bei korrekter Beladung kann die gekühlte Luft ungehindert durch die Kühlzelle zirkulieren und zum Verdampfer zurückströmen. Kartons vor dem Verdampfer blockieren dagegen den Luftstrom und verursachen sowohl warme Bereiche als auch eine übermässige Abkühlung direkt unter dem Luftaustritt.

 

Typische Fehler sind:

  • die oberste Regalebene liegt vor dem Luftausblas;
  • Kartons werden bis unter die Decke gestapelt;
  • eine Regalstütze steht vor einem Ventilator;
  • Ware blockiert den Bereich der Luftrückführung;
  • voll beladene Regale bilden eine durchgehende Wand;
  • für das Öffnen oder Entfernen der Verdampferverkleidung bleibt zu wenig Platz.

Mögliche Folgen sind ungleichmässige Temperaturen, längere Abkühlzeiten, längere Kompressorlaufzeiten, Eisbildung und Produkte, die einem zu starken direkten Luftstrom ausgesetzt sind.

Eine willkürlich gewählte Standarddistanz ist keine zuverlässige Lösung. Der notwendige Freiraum hängt vom Verdampfermodell, von Richtung und Wurfweite der Luft, von der Geometrie der Kühlzelle, der Art der Ware und den Herstellerangaben ab.

So vermeiden Sie den Fehler: Verdampfer und Regale müssen im selben Plan eingezeichnet werden. Zusätzlich empfiehlt sich eine gut sichtbare maximale Beladungslinie. Luftausblas, Luftrückführung und Wartungszugang müssen auch bei voller Kühlzelle frei bleiben.

 

8. Die Höhe so stark ausnutzen, dass die oberste Ebene unbrauchbar wird

Eine zusätzliche Ebene nahe der Decke erhöht zwar die nominelle Regalfläche. Sie bringt jedoch keinen Nutzen, wenn sie vom Personal nicht sicher erreicht werden kann oder in den Bereich des Verdampfers hineinragt.

Eine zu hohe Ebene kann dazu führen, dass:

  • Mitarbeitende auf Kisten oder ungeeignete Hilfsmittel steigen;
  • Etiketten und Verbrauchsdaten schlecht erkennbar sind;
  • Behälter herunterfallen können;
  • Produkte vergessen werden;
  • Luft- und Lichtverteilung behindert werden;
  • der Zugang für Wartung und Reinigung nicht ausreicht.

So vermeiden Sie den Fehler: Eine sichere maximale Entnahmehöhe festlegen und obere Ebenen gegebenenfalls nur für leichte, selten benötigte Produkte nutzen. Ist ein Hilfsmittel erforderlich, muss dieses von Anfang an vorgesehen und für die Umgebung geeignet sein.

 

9. Zwischen allen Regalebenen denselben Abstand lassen

Viele Regalsysteme sind höhenverstellbar, werden der Einfachheit halber aber mit gleichmässigen Abständen montiert. Dadurch entstehen über niedrigen Behältern ungenutzte Zwischenräume, während für hohe Gebinde passende Ebenen fehlen.

In einer Kühlzelle mit unterschiedlichen Produkten können wenige verlorene Zentimeter auf jeder Ebene zusammen dem Platz eines vollständigen Regalfachs entlang einer ganzen Wand entsprechen.

 

Vergleich zwischen gleichmäßig und bedarfsgerecht eingestellten Regalhöhen in einer professionellen Kühlzelle

Einheitliche Regalabstände verschwenden wertvollen Stauraum und verhindern das Einlagern hoher Behälter. Werden die Regalhöhen an Kisten, GN-Behälter, Flaschen und Eimer angepasst, lässt sich häufig eine zusätzliche Lagerebene gewinnen.

 

So vermeiden Sie den Fehler: Produkte nach ihrer Höhe gruppieren und unterschiedlich konfigurierte Bereiche einrichten. Für Einsetzen, Entnahme und lokale Luftbewegung muss genügend Spielraum bleiben; funktionslose Leerhöhe sollte jedoch vermieden werden.

 

10. Keinen festen Platz für Fässer, Eimer, hohe Kisten und Wagen vorsehen

Ungewöhnlich grosse Gegenstände werden häufig als Ausnahme behandelt. Kommen sie jedoch jede Woche in die Kühlzelle, gehören sie zur Planung.

Ohne einen definierten Platz landen sie häufig:

  • im Gang;
  • vor den unteren Regalebenen;
  • im Schliessbereich der Tür;
  • direkt unter dem Verdampfer;
  • so, dass eine oder mehrere Regalebenen nicht mehr genutzt werden können;
  • in Bereichen, die für die Reinigung zugänglich bleiben müssten.

So vermeiden Sie den Fehler: Ein höheres Regalfeld, einen geeigneten bodennahen Stellplatz oder eine exakt dimensionierte Abstellfläche für Wagen einplanen. Lokal weniger Regalebenen vorzusehen kann die gesamte betriebliche Kapazität erhöhen.

 

11. Die Regale ohne Rücksicht auf die Warenrotation anordnen

Eine Kühlzelle kann viel Ware aufnehmen und trotzdem schlecht funktionieren, wenn neu gelieferte Produkte stets vor die älteren gestellt werden.

Muss für FIFO oder FEFO jedes Mal die ganze Regalebene ausgeräumt werden, wird der Vorgang im Arbeitsalltag früher oder später umgangen. Weniger sichtbare Produkte bleiben hinten liegen und beanspruchen Platz, obwohl sie nicht mehr rechtzeitig verwendet werden können oder bereits abgelaufen sind.

Auch die Position zur Tür spielt eine Rolle. Häufig benötigte Artikel sollten gut erreichbar sein, ohne den Eingangs- und Schliessbereich zu blockieren. Produkte, die empfindlich auf Temperaturschwankungen reagieren, benötigen möglicherweise einen weiter innen liegenden Lagerplatz.

 

Seitliche Darstellung eines Kühlraumregals mit korrekter Warenrotation nach dem FIFO- und FEFO-Prinzip

Neue Ware wird hinten eingelagert, während ältere Produkte beziehungsweise Artikel mit dem kürzesten Mindesthaltbarkeitsdatum vorne zuerst entnommen werden. Eine konsequente FIFO- und FEFO-Organisation reduziert Lebensmittelverluste und erleichtert die Bestandskontrolle.

 

So vermeiden Sie den Fehler: Die Kühlzelle nach Warengruppen und Nutzungshäufigkeit organisieren, Etiketten vom Gang aus sichtbar halten und einen einfachen Ablauf schaffen, bei dem neue Ware hinter oder neben den vorhandenen Bestand gestellt werden kann.

 

12. Reinigung, Kontrolle und Wartung vergessen

Ein Bereich, der nicht gereinigt oder kontrolliert werden kann, ist kein wirklich nutzbarer Lagerraum.

Regale, die zu nahe an Wänden, Abläufen, Fühlern oder Verdampfer stehen, können Folgendes verdecken:

  • Kondenswasser;
  • Rückstände und ausgelaufene Flüssigkeiten;
  • Schimmel;
  • Schäden an den Paneelen;
  • Eisbildung;
  • Hinweise auf Schädlinge;
  • Undichtigkeiten am Kondensatablauf.

Auch die Befestigung verlangt besondere Aufmerksamkeit. Sandwichpaneele einer Kühlzelle sind keine herkömmlichen tragenden Wände. Werden Regale oder Lasten ohne entsprechende Vorbereitung daran befestigt, können Deckschicht, Dampfsperre oder Dämmung beschädigt werden. Zudem ist die mechanische Sicherheit möglicherweise nicht gewährleistet.

Die schweizerischen Hygienevorschriften verlangen, dass Räume für Lebensmittel so konzipiert und eingerichtet sind, dass eine gute Hygienepraxis möglich ist. Sie schreiben jedoch keinen universellen Abstand zwischen Regal, Boden und Wand vor. Die Anordnung muss eine wirksame Reinigung mit den im Betrieb eingesetzten Methoden ermöglichen.

So vermeiden Sie den Fehler: Kontrollieren, ob Böden und Strukturen entfernt oder allseitig erreicht werden können. Technische Komponenten und Abläufe müssen zugänglich bleiben. Es dürfen nur vom Hersteller vorgesehene Befestigungssysteme oder geeignete Verstärkungen verwendet werden.

 

Fünf Anzeichen dafür, dass die Regalanordnung nicht funktioniert

Nicht immer ist ein technischer Plan notwendig, um ein ungeeignetes Layout zu erkennen. Einige Hinweise zeigen sich direkt im Arbeitsalltag:

  1. Ware wird regelmässig auf dem Boden oder neben der Tür abgestellt.
    Es fehlt ein definierter Lagerplatz oder die Regale sind nicht ausreichend zugänglich.
  2. Um ein Produkt zu erreichen, müssen zahlreiche andere verschoben werden.
    Wahrscheinlich sind die Regale zu tief, die Ecken blockiert oder die Warenrotation wurde nicht berücksichtigt.
  3. Einige Ebenen bleiben fast leer, während andere überfüllt sind.
    Die Höhen passen nicht zu den Behältern oder die Warengruppen sind ungünstig verteilt.
  4. Die Temperatur unterscheidet sich von Zone zu Zone.
    Regale und Ware können den Luftstrom behindern. Zusätzlich müssen jedoch Verdampfer, Ventilatoren, Abtauung, Fühler, Luftinfiltration und die korrekte Dimensionierung der Anlage geprüft werden.
  5. Die Tür bleibt beim Einlagern und Entnehmen lange offen.
    Laufwege, Beschriftung, Zugänglichkeit oder Gangbreite verlangsamen die Arbeit.

 

Wie sich ein ineffizientes Layout korrigieren lässt, ohne die Kühlzelle zu ersetzen

Viele Probleme können durch eine bessere Innenorganisation gelöst oder deutlich reduziert werden, bevor eine Vergrösserung der Kühlzelle geprüft wird.

 

1. Die tatsächliche Situation aufnehmen

Fertige Innenmasse, Tür, Verdampfer, Abläufe, Beleuchtung, Fühler, Regale, Gänge und Behälter vermessen. Die Kühlzelle sollte bei maximaler Beladung fotografiert werden – nicht nur dann, wenn sie fast leer ist.

 

2. Grundriss und Ansichten erstellen

Der Grundriss zeigt Gänge, Ecken und den Schwenkbereich der Tür. Frontansichten machen Ebenen, ungenutzte Höhen und Überschneidungen mit dem Verdampfer sichtbar.

 

3. Nicht effektiv nutzbare Flächen identifizieren

Unzugängliche Ebenen, blockierte Bereiche, übermässig tiefe Flächen und für die Produkte ungeeignete Höhen markieren. Optimiert werden muss nicht die Gesamtfläche, sondern die tatsächlich nutzbare Fläche.

 

4. Formate gruppieren

Bereiche für niedrige Behälter, Standardkisten, schwere Produkte und Sonderformate einrichten. Die Ebenen für jede Gruppe passend einstellen.

 

5. Den Luftweg freihalten

Regale und Ware so positionieren, dass Luftausblas, Luftrückführung, Wurfweite und Wartungsbereich gemäss den Angaben des Verdampferherstellers frei bleiben. Eine maximale Beladungslinie hilft, diesen Zustand dauerhaft einzuhalten.

 

6. Reale Bewegungsabläufe prüfen

Einfahrt, Drehbewegung und Entnahme mit dem grössten Wagen und dem sperrigsten Behälter testen. Auch die vollständige Türöffnung muss kontrolliert werden.

 

7. Jeder Warengruppe einen festen Platz zuweisen

Die neue Ordnung muss für das Personal leicht verständlich sein. Etiketten, Farbcodes und ein einfacher Belegungsplan können verhindern, dass die Kühlzelle nach wenigen Wochen wieder in den früheren Zustand zurückkehrt.

 

Draufsicht einer optimal organisierten Kühlzelle mit Lagerzonen, freiem Arbeitsgang, Wagenstellplatz und Verdampfer-Freizone

Beispiel einer funktional organisierten Kühlzelle: Die Waren werden nach Art und Zugriffshäufigkeit eingeteilt, während Arbeitsgang, Türschwenkbereich und Verdampfer-Freizone vollständig frei bleiben. Ein fester Wagenstellplatz verhindert zusätzliche Hindernisse im täglichen Betrieb.

 

 

Kurze Checkliste zur Kontrolle des Layouts

  • Jede Regalebene ist erreichbar, ohne eine andere ausräumen zu müssen.
  • Alle Ecken sind auf jeder Ebene zugänglich.
  • Behälter ragen nicht in den Gang hinein.
  • Der grösste Wagen kann einfahren, manövrieren und wieder hinausfahren.
  • Die Tür lässt sich vollständig öffnen und schliessen.
  • Luftausblas und Luftrückführung des Verdampfers bleiben auch bei voller Beladung frei.
  • Der notwendige Platz für Wartung und Abtauung ist vorhanden.
  • Keine Ware muss direkt auf dem Boden abgestellt werden.
  • Die Ebenen sind auf die Höhe der Produkte abgestimmt.
  • Fässer, Eimer, hohe Kisten und Wagen haben einen festen Platz.
  • Schwere Produkte werden auf unteren Ebenen gelagert.
  • FIFO oder FEFO lassen sich anwenden, ohne ganze Regalfächer auszuräumen.
  • Boden, Wände, Abläufe und Regale können gereinigt und kontrolliert werden.
  • Tragfähigkeit und Stabilität der Regale entsprechen den tatsächlichen Lasten.
  • Befestigungen beeinträchtigen weder Paneele noch Dämmung oder Dampfsperre.

 

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Abstand muss zwischen Regal und Verdampfer bleiben?

Es gibt keinen einheitlichen Wert für alle Kühlzellen. Der Abstand hängt vom Verdampfermodell, von Richtung und Wurfweite der Luft, von der Position der Luftrückführung, der Raumgeometrie und dem Wartungsbedarf ab. Massgebend sind die Unterlagen des Herstellers und die konkrete Planung.

 

Ist es besser, tiefere Regale einzubauen oder eine zusätzliche Ebene zu schaffen?

Das hängt von den Behältern und der Luftführung ab. Ein tieferer Boden ist nur sinnvoll, wenn seine gesamte Fläche sichtbar und erreichbar bleibt. Eine zusätzliche Ebene ist nur dann nützlich, wenn sie sicher erreicht werden kann und nicht in den Freiraum des Verdampfers hineinragt.

 

Wie breit muss der Gang einer Kühlzelle sein?

Die Breite muss anhand der Personen, Kisten, Wagen, Bewegungsabläufe und Sicherheitsanforderungen bestimmt werden. Eine pauschale Zahl ist nicht ausreichend. Entscheidend ist, dass die grösste im Alltag vorkommende Bewegung praktisch möglich bleibt.

 

Können an allen Wänden Regale montiert werden?

Nicht immer. Tür, Ecken, Verdampfer, Abläufe, technische Komponenten, Zugänglichkeit und Luftzirkulation müssen berücksichtigt werden. Werden alle Wände vollständig belegt, kann der Gang zu eng werden oder es entstehen unzugängliche Regalbereiche.

 

Weshalb kann die Temperatur hinter den Regalen abweichen?

Regale, geschlossene Böden und dicht gestapelte Ware können den Luftstrom verlangsamen oder umlenken und dadurch Zonen mit unterschiedlichen Temperaturen schaffen. Die Ursache kann jedoch auch bei einem vereisten Verdampfer, den Ventilatoren, der Abtauung, den Fühlern, Luftinfiltration oder der Anlagendimensionierung liegen und muss fachgerecht geprüft werden.

 

Lohnt sich eine mittlere Regalreihe?

Nur wenn auf beiden Seiten tatsächlich nutzbare Gänge verbleiben und die Luftzirkulation nicht beeinträchtigt wird. In einer zu schmalen Kühlzelle kann eine Mittelinsel die nominelle Regalfläche erhöhen und gleichzeitig die betriebliche Kapazität verringern.

 

Fazit: Nutzbarer Raum entsteht durch das Layout, nicht durch die Anzahl der Regale

Eine gut organisierte Kühlzelle ist nicht jene, in der jeder Zentimeter belegt ist. Gut ist eine Kühlzelle dann, wenn sich Ware einfach einlagern, erreichen und rotieren lässt und zugleich Luft, Personen und Arbeitsmittel ungehindert zirkulieren können.

Die teuersten Fehler sind häufig erstaunlich einfach:

  • zu tiefe Regalböden;
  • blockierte Ecken;
  • zu schmale Gänge;
  • nicht berücksichtigte Türbereiche;
  • Mittelinseln ohne ausreichenden Platz;
  • nicht an die Behälter angepasste Ebenen;
  • Ware vor dem Verdampfer;
  • keine definierten Zonen für Sonderformate.

Wer diese Punkte korrigiert, kann nutzbare Lagerkapazität zurückgewinnen, ohne die Kühlzelle zu vergrössern. Bei neuen Anlagen müssen Regale, Verdampfer, Tür und Arbeitsabläufe hingegen von Anfang an gemeinsam geplant werden.

 

Möchten Sie die Anordnung Ihrer Kühlzelle überprüfen lassen?

Senden Sie uns einen Grundriss, die Innenmasse und einige Fotos der voll beladenen Kühlzelle. Wir können ungenutzte Bereiche und Überschneidungen mit Tür oder Verdampfer erkennen und eine effizientere Anordnung der Regale beurteilen.

 

Ingross Innovative Gastro-Technik GmbH
Planung, Installation und technischer Service für professionelle Kühlzellen in der Schweiz.

 

Verwendete technische Quellen

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